Qualitätskriterien

Verständnis von Gesundheit

Gesundheit bedeutet -  im Zusammenspiel physischer, psychischer  und sozialer Ressourcen - den vielfältigen Anforderungen des Arbeits- und Lernortes Universität gewachsen zu sein.

Gesundheit beschreibt eine immer wieder neu herzustellende Balance in einem interaktiven Prozess der Person, in dem diese sich gemäß ihren Möglichkeiten, Kompetenzen, Zielen und Werten, mit ihrer Situation – im Setting Universität den gegebenen Bedingungen am Arbeitsplatz/Lernort – auseinandersetzt und diese mitgestaltet.

Die Strukturen der Universität können als umso gesundheitsfördernder angesehen werden, je mehr sie die Mitarbeiter/innen und Studierenden befähigen, die Ziele ihrer Arbeit/ihres Lernprozesses zu erkennen und diese bei größtmöglichem Handlungsspielraum zu erreichen.

Wesentlich sind eine (diskursiv gestaltbare) gemeinsame Wert- und Zielausrichtung der Universität als Gesamtheit sowie der ihr zugehörigen Personen, sowie auch die Partizipation an Entscheidungen und Transparenz aller Prozesse, damit der Sinn der Aufgaben erkannt und motiviert gearbeitet/gelernt werden kann.

Ein guter Arbeits- und Lernort schafft Raum für zielorientiertes und kreatives Arbeiten und ermöglicht eine gute Vereinbarkeit von Arbeit und Leben. Hierzu sind gute Kooperationsbedingungen und ein wertschätzender Umgang erforderlich.

Qualitätsmerkmale gesundheitsfördernder Hochschulen in Österreich

  • Gesundheitsförderung erfolgt nach einem ganzheitlichen Verständnis und umfasst die physische, psychische und soziale Perspektive im Setting Hochschule.

  • Gesundheitsförderung wird von der Hochschulleitung gewollt und unterstützt: Gesundheitsförderung  und Gesunde Führung sind in der Präambel/im Leitbild fest verankert.

  • Gesundheitsförderung umfasst sowohl die Bewusstseinsbildung und das Verhalten der Menschen, als auch die Verhältnisse, unter denen sie arbeiten.

  • Gesundheitsfördernde Hochschulen führen den Prozess (systematisch) ein, indem sie z.B. einen Steuerkreis/eine Arbeits-bzw. Projektgruppe einrichten, die idealerweise aus folgenden Entscheidungsträger/innen besteht  (nicht nur wegen der breiten Verankerung der Gesundheitsförderung, sondern auch wegen der jeweils verfügbaren Sachinformationen und der Entscheidungskompetenz):

- Hochschulleitung/-verwaltung

- Betriebsrat des wissenschaftlichen und des administrativen Personals

- Personalentwicklung

- Betriebsarzt bzw.-Ärztin, Arbeitspsychologin

- Sicherheitsfachkraft

- USI-Vertretung

- Behindertenbeauftragte/r

- ÖH-Vertretung

- Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen

- Vertretung der Fakultäten

- Externe Partner/innen (Sozialversicherungsträger, FGÖ …)

- Beratungsstellen, wie etwa Hochschul-Sozial- und Psychotherapeutische Beratung

Um den Steuerkreis nicht zu groß (und dadurch schwerfällig) werden zu lassen, ist es günstig, Personen mit Mehrfachverankerungen als Mitglieder zu haben. Wünschenswert wäre die Einrichtung einer Stabsstelle.

  • Im Sinne der Partizipationsmöglichkeit aller Menschen im Setting empfiehlt sich der Einsatz von Betriebsbefragungen, Gesundheitszirkeln etc., damit die Ziele und Maßnahmen der Gesundheitsförderung von den betroffenen Personen ausgehen. Über die Umsetzbarkeit von Verbesserungsvorschlägen wird gemeinsam mit dem Rektorat bzw. mit den betroffenen Organisationseinheiten entschieden.

  • Regelmäßige Kommunikation von Zielen und Maßnahmen etwa über eine Homepage, Newsletter etc. , sowie persönlich über die mitarbeitenden Personen (Multiplikator/innen)

  • Evaluierung des Prozesses

Ziel ist die Verankerung der Gesundheitsförderungsperspektive in den Strukturen, das heißt, dass sie bei Entscheidungen mit berücksichtigt wird.